Agil & VUKA - Vergesst mir die Menschen nicht!

  

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Ich war vor einigen Tagen bei einer sehr interessanten Veranstaltung der GPM Region Düsseldorf/Rhein-Ruhr in Düsseldorf.

Prof. Dr. Ayelt Komus hielt einen sehr ansprechenden Vortrag zum Thema: “Team agil – und nun?“.

Besonders ansprechend fand ich die Thematik, dass es darum geht die passende Methode zu wählen – nicht die hippste.

Zudem war für mich die Zuordnung der Methoden zum Komplexitätsgrad sehr spannend.

 

Als ein Fazit nahm ich mit, dass je komplexer die Aufgaben sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit ist mit agilen Methoden erfolgreich zu sein. Zusätzlich klang durch, dass je agiler die Methoden sind, desto höher der Bedarf an Selbstmanagementkompetenz.

Soweit d´accord.

 

Einen Aspekt hätte ich mir allerdings gewünscht - den der gesunden Arbeit, der Work-Life-Balance, des Menschen.

Mich beschlichen die Fragen nach den Grenzen der Leistungsfähigkeit, die Fragen nach den Rahmenbedingungen für Arbeit, die durch agile Methoden und die VUKA-Welt geschaffen werden und die Frage ob hier nicht der Mensch vergessen wird.

Welche Personen sind in der Lage die Herausforderungen zu bewältigen? Was sollte beachtet werden um möglichst viele Mitarbeitende mitzunehmen auf den neuen Wegen.

 

Agil & VUKA - Vergesst mir die Menschen nicht!

 

Die umfassenden Überlegungen dazu sprengen hier den Rahmen. Vor einiger Zeit habe ich mich mit dem Aspekt der Selbstmanagementkompetenz und der Stressmanagementkompetenz von Auszubildenden beschäftigt (die komplette Abschlussarbeit kann bei Interesse zugänglich gemacht werden) und bin der Ansicht, dass Selbstmanagementkompetenzen aufgrund des vielfältigen Wandels der Arbeitswelt immer bedeutsamer werden. Hierzu zählt meines Erachtens auch die Stressmanagementkompetenz. Stressbewältigung ist eine weitgehend individuelle, subjektive Herausforderung, die im Rahmen des Selbstmanagements erfolgen muss.

 

Projekte, Herausforderungen, aber auch Leistungsfähigkeit und Leistungs­bereit­schaft sollen zunehmend eigenverantwortlich gesteuert und erhalten werden. Die sich verbreitenden agilen Methoden erfordern ebenfalls eine deutlich erhöhte Selbstmanagementkompetenz. Somit sollte die Implementierung in die Unternehmenskultur möglichst frühzeitig und im Rahmen der Kompetenzentwicklung erfolgen. Selbstmanagementkompetenz verlangt aktives Handeln, nicht nur vom Individuum, sondern in besonderem Maße auch von Unternehmen.

 

Ein Ergebnis meiner Abschlussarbeit ist, dass sich die Förderung des Entspannungstrainings in der Aus- und Weiterbildung positiv auf die Entwicklung notwendiger Selbstmanagementkompetenzen zur Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen auswirkt und somit ein wichtiges Element der Kompetenzentwicklung und der Nachhaltigkeit der Aus- und Weiterbildung darstellt. Selbstmanagementkompetenzförderung ist die Voraussetzung für qualifizierte, engagierte, leistungsstarke und kreative Mitarbeiter.

Fazit ist, dass Entspannungsfähigkeit ein wichtiges und ein gut vermittelbares Element der Selbstmanagementkompetenz ist.

 

Selbstmanagementkompetenz und die Förderung dieser werden zu den unabdingbaren Aufgaben der Personalentwicklung gehören. Es bedarf eines besonderen Augenmerks auf die Förderung dieser elementar wichtigen Fähigkeiten im Aus- und Weiterbildungskontext.

 

Zu einem modernen Verständnis des Begriffs der Selbstmanagementkompetenz gehört die Entspannungskompetenz unabdingbar dazu, gerade in agilen Kontexten, die schnell eine Art der Entgrenzung von Arbeit und Freizeit beinhalten können.

Je früher diese Kompetenz vermittelt wird, desto nachhaltiger wirkt sie, so dass eine Implementierung bereits in der Ausbildung erstrebenswert ist.

 

Die Förderung sollte aufgrund ihrer Bedeutung für die Selbstmanagementkompetenz eine Aufgabe von Führungskräften und Ausbildungsakteuren sein.

Bei der Umsetzung im agilen Kontext ist Raum zur Entfaltung des Potenzials des Stressmanagement vorteilhaft und kann somit sukzessive die Unternehmenskultur diesbezüglich positiv zu verändern. 

Dies benötigt eine Sensibilisierung und Qualifizierung der Ausbilder und Führungskräfte sowie ein Lern- und Arbeitsumfeld in dem die (Projekt)Mitarbeitenden die Selbstmanagementkompetenz insgesamt und die Entspannungsfähigkeit im Besonderen anwenden können.

 

Selbstverständlich muss immer auch kritisch hinterfragt werden, welche Zielsetzung die Förderung tatsächlich hat. Hier ist es von ganz besonderer Bedeutung, dass die gesamte Unternehmenskultur achtsam auf eine wertschätzende Haltung ausgerichtet ist. Durch Befragungen habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Bedeutung noch keine ausreichende Beachtung erfährt und eine Infokusnahme aufgrund der beschriebenen Potenziale erstrebenswert ist.

 

Auszubildende und Mitarbeitende befähigen, die kommenden Herausforderungen bewältigen zu können, ist eine wichtige Aufgabe. Hierzu gehört, auch in agilen Kontexten, die Förderung der Selbstmanagementkompetenz. Dies kann beispielsweise durch adäquates Entspannungs­training oder Coaching erfolgen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Arbeitswelt eine zunehmende Kompetenz im Bereich Selbstmanagement und Stressmanagement erfordert, welche auch durch Entspannungstraining gefördert werden kann.

 

Menschen sind Gestalter des eigenen Lebens – jedoch müssen sie dazu befähigt werden und die Rahmenbedingungen Optionen hierfür bieten. Es ist an allen Beteiligten, sich weiter den verschiedenen Entwicklungen und Herausforderungen zu stellen. Es ist immanent out oft the box zu denken und den Menschen auf dem Weg im Veränderungsprozess mitzunehmen.

 

Darum mein Appell:

Agil und VUKA gerne – aber vergesst mir die Menschen nicht!